02.20.08
Liebeserklärung an SE-LTV
Wie viele andere Großstädte auch hat Stockholm drei sehr verschiedene Flughäfen: den ‚normalen’ Großflughafen vor den Toren der Stadt (Arlanda), den weit entfernten Billigst-Flughafen für Ryanair und Konsorten (Skavsta), und schließlich den kleineren Innenstadt-Flughafen (Bromma). Letzterer hat alle typischen Eigenschaften für seine Art: Er wurde bereits vor dem zweiten Weltkrieg gebaut und ist daher etwas altmodisch, die Stadt ist mittlerweile darum herumgewachsen, aus Emissionsgründen dürfen nur kleinere Flugzeuge starten, es gibt eine Dauerdiskussion um die Schließung (Anwohner gegen Betreiber), er ist bei Geschäftsreisenden wegen der kurzen Anreise sehr beliebt, und es gibt einen sensationellen Landeanflug über die Stadt. Vettern von Bromma sind z.B. der Ronald Reagan Washington National Airport und natürlich Berlin-Tempelhof (RIP).
Geschäftsreisen sind lästig und zeitraubend, aber wenn es denn sein muss, dann bietet das Fliegen ab Bromma für mich immer noch das größte Vergnügen. 30-45 Minuten vor Abflug am Flughafen zu sein reicht völlig aus. Zehn Minuten vor Abflug gehen die Passagiere über das offene Flugfeld zur ihren Maschinen, meist Turboprops. Der Morgen dämmert herauf, die Luft ist kalt und klar. Ein schmales Treppchen führt hinauf in die Maschine. Oft bleibe ich noch einen Moment am Fuß der Treppe stehen, um die Atmosphäre zu genießen. Um mich herum brummen die Propellermotoren, viele mit über 4000 PS, nach wie vor ein Gänsehautgeräusch für mich. Ich berausche mich am Duft des Kerosins. Und dann natürlich der Anblick meiner Maschine, an dem ich mich nicht sattsehen kann.
Ich fliege mit einer 50-sitzigen Saab 2000 von Bromma nach Ängelholm (bei Helsingborg). Dies ist eine der besten Turboprops, die jemals gebaut wurde. Die Flugleistungen sind fantastisch, Concordinio wird sie auch genannt. Leider war die Saab kein großer komerzieller Erfolg, denn sie war im Kaufpreis teurer als vergleichbar große Maschinen der Konkurrenz, die etwas einfacher gebaut sind. Sie war einfach zu gut, um ein Erfolg bei den mit spitzem Bleistift rechnenden Fluggesellschaften zu sein. Aber sie ist eine Königin, wirklich die schönste und stärkste ihrer Art.
Ich fliege aber nicht mit irgendeiner Saab 2000. Ich fliege fast jede Woche mit derselben Maschine hin und zurück, Registrierung SE-LTV, schon 35 Mal. Es ist meine Maschine, sozusagen. Dieses Bild zeigt SE-LTV startend von Bromma Richtung Ängelholm. Hier ist ein schönes Bild von ihr im Landeanflug auf Bromma.
Ich war nie auch nur eine Minute verspätet mit ihr. Ein einziges Mal hatte ich den Rückflug von Ängelholm zu einer anderen Zeit gebucht, für die ein anderes Modell geplant war. Prompt fiel diese Maschine aus. Aber man ließ uns nicht im Stich: Eine Ersatzmaschine wurde in Bromma losgeschickt, um uns abzuholen. Mißmutig stand ich am Fenster der Wartehalle und schaute auf die Landebahn hinaus. Dann jedoch tauchte sie in der Dunkelheit auf, SE-LTV, letzte Hoffnung der Gestandeten. Ich war ihr untreu geworden, aber sie ließ mich nicht im Stich.
11.07.07
Stockholms Smultronställen
‚Smultronställe’ heisst übersetzt sinngemäß ‚Lieblingsplatz’. Eigentlich ist es der Platz im Wald, an dem man die leckersten Smultronen (Walderdbeeren) gefunden hat und zu dem man daher gern zurückkehrt. Es gibt Bücher mit Stockholms Smultronsställen, aber die Schönsten sind doch immer noch die, die man selbst entdeckt hat. Hier drei meiner persönlichen Smultronställen in Stockholm.
Im Garten der Waldemarsudde findet sich eine kleine Bronzeplastik einer Frau, die sich so lasziv dahinräkelt, dass man es wohl obszön nennen müsste, wenn es nicht Kunst wäre. Hinter der Figur befindet sich ein winziger künstlicher Teich, der von Bänken umgeben ist. Im Teich schwimmt eine Plastikente. Man blickt aufs Schärenwasser und das gegenüberliegende Södermalm. Man sitzt windgeschützt und nach Süden hin; bei Sonnenschein wird es schön warm. Die Stelle ist so versteckt, dass hier nur wenige Leute hinfinden. Nein, ich stelle kein Foto ein – selber hingehen …
Die Altstadt (Gamla Stan) ist in größeren Teilen eine üble Touristenfalle, aber eben nicht nur. Bei Dunkelheit und schlechtem Wetter entwickelt sie einen enormen Charme, mit den gelben Laternen und den nass glänzenden Pflastersteinen. Ich gehe dann gern durch die Seitengäßchen, aus denen der Regen die letzten Touristen vertrieben hat. Manchen mögen die finsteren Ecken und Winkel erschrecken, aber ich fühle mich in Stockholm absolut sicher; ich kann nicht einmal erklären, warum. Ein Gefühl der Verbundenheit mit den Menschen, die hier vor Jahrhunderten lebten, stellt sich ein. Wird mir kalt, gehe ich durch einen nicht einmal mannshohen, bogenförmigen Durchgang in die Seitengasse mit dem winzigen Jerusalem Kebap. Der jüdische Besitzer erkennt Deutsche, ohne dass sie ein Wort gesagt haben, spricht sie auf deutsch an, und ist immer für ein scharfzüngiges Witzchen zu haben. Hier schmeckt mir auch ein Kebap, während ich sonst einen Bogen um Kebapbuden mache.
Im Eriksdalsbadet befindet sich auch ein Fitneßstudio. Die Ellipsen-Kardiogeräte sind an einer besonders schönen Stelle aufgestellt. Im Gegensatz zu den meisten anderen Studios in Stockholm, die kein oder kaum Tageslicht bieten, steht man im 2. OG direkt hinter einer Wand ganz aus Glas. Man blickt auf Wasser, einen Bootshafen, Wiesen, Bäume. Spaziergänger und Jogger ziehen vorbei, und Badende planschen im zur Linken liegenden Außen-Whirlpool des Bades. Am Uferweg steht ein Schild, das Radfahrer zur rücksichtsvoller Fahrweise ermahnt, insbesondere gegenüber älteren Personen und Liebespärchen (!). Die ganze Szenerie ist so friedlich, dass man neben dem körperlichen Training den Geist gleich mit erholt. Leider wirkt die Glaswand wie ein Treibhaus, so dass es im Sommer oft zu heiß wird. Dennoch gehe ich hier gern hin. Anschließend geht es in den riesigen Kraftraum. Hier geht es nicht ganz so idyllisch zu, besonders, wenn der Trainer im Rollstuhl (wirklich!) mal wieder eine seiner Lieblingsbands aufgelegt hat, Rammstein.
07.03.07
Die Hauptstadt Skandinaviens
Bei Werbung hört die Bescheidenheit bekanntlich auf, sogar die schwedische. Ich musste schon immer schmunzeln beim Slogan Stockholms (‚Die Hauptstadt Skandinaviens’) und fragte mich, wie dieser Spruch wohl in den Ohren von Dänen oder Norwegern klingt. Nun habe ich es amtlich: Er klingt für sie überhaupt nicht gut. Mette Dahl-Jensen, Informationschef bei ‚Wundervolles Kopenhagen’, stellte indigniert fest, dass Skandinavien keine Hauptstadt hat und fürchtete, dass der Werbespruch ausländische Touristen und Investoren verwirren könnte. Olle Zetterberg von ‚Stockholm Business Region’ erwiderte, dass Stockholm kulturell in Skandinavien doch konkurrenzlos sei und außerdem geographisch mitten in Skandinavien liege. Der Mann hat offensichtlich nicht gerade einen schwarzen Gürtel in Deeskalation – mit dieser Antwort hat er natürlich nur Öl ins Feuer gegossen. Auf copenhagen.com wird Kopenhagen jedenfalls schamlos als ‚Premier Capital of Northern Europe’ und ‚Scandinavia’s most fantastic city’ angepriesen.
Wenn das mal bloß nicht die Investoren verwirrt.
06.27.07
Midsommar, wie es wirklich ist
So, nun haben wir uns also selbst ein Bild vom Midsommar in den Stockholmer Schärengärten gemacht. Wir fuhren mit der Fähre nach Möja raus, einer Schäreninsel, die schon relativ weit draussen liegt, immerhin knapp drei Stunden Fahrt von Stockholm mit der nicht eben langsamen Fähre. Dort hatten wir ein Gästezimmer angemietet. Man kann dort auch viele Hütten anmieten, die sehr idyllisch aussehen, aber einen wirklich sehr einfachen Standard haben: Humustoilette (sprich: kein WC), Campingdusche (sprich: kein warmes Wasser). Das mussten wir denn doch nicht unbedingt erleben, und so haben wir uns für das Zimmer entschieden, weil das Gästehaus ein WC und eine Dusche hatte. (Nicht etwa das Zimmer. Zimmer mit eigener Dusche/WC gibt es auf Möja vermutlich gar nicht.)
Heerscharen von Jugendlichen waren bereits da. Die Älteren waren auch da, aber sie versteckten sich am Abend eher in den Ferienhäusern oder auf den Booten, feierten dort im kleinen Rahmen und überließen die Straße den Jungen. Diese schleppten Unmengen von Alkohol ran. Sie schliefen auf den kleinen Booten, in denen sie gekommen waren, bauten Zelte auf, oder gingen in die offenbar sehr primitive Jugendherberge. (Angeblich ein großer Raum, mit Vorhängen abgetrennt, Dreck, scheiende Kinder, Verhältnisse wie in einem Flüchtlingslager. Wir trafen eine Familie, die direkt wieder umgedreht und nach Stockholm zurückgekehrt ist). Das Klischee mit dem schlechten Wetter stimmte dieses Jahr leider. Am Freitag und Samstag war das Wetter mäßig: bedeckt und sehr kühl, geradezu herbstlich. Glücklicherweise blieb es im Wesentlichen trocken (im Gegensatz zu Deutschland und Westschweden übrigens), aber es war ungemütlich. Wir vertrieben uns die Zeit mit einem Spaziergang über die Insel. Alles hätte wirklich sehr schön und idyllisch sein können, wenn die Sonne geschienen hätte. In einem kleinen Ort im Norden der Insel war ein midsommarliches Nachmittagsvergnügen im Gange: Jung und alt hatten sich versammelt und hatte Spass um den typischen Midsommarbaum, spielte Eierlaufen, Tauziehen und so was. Tanzen um den Baum wollten aber nur ein paar ältere Pärchen, trotz der Livemusik aus dem Schifferklavier. Hier waren die Generationen noch bunt gemischt, später am Abend trennte es sich dann. Einmal im Jahr schienen es die Teenage-Mädchen auch nicht uncool zu finden, ein romantisches Kleidchen und/oder einen Blumenkranz im Haar zu tragen, solange das Zurschaustellen der eigenen Coolness durch das Tragen von Dolce&Gabbana-Sonnenbrillen und anderen modischen Accessoires sichergestellt war.
Auf dem Rückweg kamen aus einer Seitenstrasse plötzlich etwa zehn uniformierte und bewaffnete Polizisten, knapp die Hälfte davon Frauen. Dieser Anblick in der idyllischen Umgebung war etwas unwirklich, und uns schwante, dass der Abend durchaus noch einen weniger idyllischen Charakter annehmen würde.
Abends nämlich übernahmen wie gesagt die Teenies das Regiment. Es gab das volle Programm: schnell saufen bis zum Vollrausch (die Mädels nicht weniger als die Jungs), gröhlen, laut Musik laufen lassen, kotzen, weitersaufen. Die Polizei war präsent und hatte die Lage gut unter Kontrolle, schien mir. Eigentlich war es genau wie früher, wir haben ja damals auch gesoffen wie die Löcher. Ob andere Drogen im Spiel waren, kann ich nicht sagen, aber ich glaube, Alkohol spielte die Hauptrolle. Natürlich lag ab und zu auch Aggression in der Luft, und Prügeleien sind bei so etwas immer möglich. Aber andererseits schien mir hier keiner ein Messer in der Hosentasche zu haben. So gewisse, ganz elementare Hemmschwellen in Bezug auf Gewaltanwendung schienen mir noch vorhanden zu sein. Vieles erinnerte mich wirklich an uns früher, während andernorts sich die Jugendparty-Atmosphäre doch sehr verschlechtert hat, wie ich finde (härtere Drogen / niedrigere Gewaltschwelle / weniger Wir-Gefühl usw.).
Natürlich war die Atmosphäre auch erotisch aufgeladen, und manches sturzbesoffene Mädchen war sicher eine leichte Beute. Mindestens drei Viertel der Jungs sahen jedoch so betrunken aus, dass ich ihnen keine standfeste Leistung mehr zutraute. Außerdem fehlte es auch an Rahmenbedingungen: der Abend kühl, die Zelte schmutzig und überfüllt. An diesem Abend, nehme ich an, bellten die Hunde sehr laut, um dann um so weniger zu beißen. Auch diese Dinge, fand ich, haben sich eigentlich nicht geändert.
Wir folgten unserem Plan, uns ein ruhiges Plätzchen in der Natur zu suchen und auf einem Einweggrill Fisch zu grillen. Natürlich funktionierte das mitgebrachte Feuerzeug nicht, also ging Stefanie zurück zur Straße, um sich vom nächstbesten Teenagergrüppchen eins zu leihen:
„Hallo Jungs, habt ihr mal ein Feuerzeug für mich?“
„Klar, hier hast Du eins.“
„Danke, ich bring’s gleich zurück!“
„Woher kommst Du?“
„Aus Deutschland.“
„Heil H—–!“
Schließlich brannte das Feuer und der Fisch brutzelte. Dann jedoch kam ein Mann ernsten Blickes auf uns zu:
„Ihr wisst doch, das Ihr Euch hier auf Privatgrund befindet?“ sagte er auf schwedisch. Oh weh, dachte ich, soviel zum Thema Allemansrätt in Schweden.
„Förlåt?“ antworteten wir, uns dumm stellend. Die Mädels lächelten nach Kräften.
Er wurde weich und antwortete auf Englisch: „Also Ihr befindet Euch hier auf einem Privatgrundstück. Aber wenn Ihr Euch leise verhaltet, könnt Ihr gern hier sitzen bleiben. Aber nehmt bitte wirklich allen Müll wieder mit, sobald Ihr geht.“
„Schließlich“, so fügte er nach einer Pause hinzu, „ist heute Midsommar!“
Wir bedankten uns. Einerseits waren wir mitten in der Natur und das Privatgrundstück nicht auf den ersten Blick als ein solches auszumachen. Andererseits fragte ich mich selbstkritisch, ob ich Fremde auf meinem Privatgrundstück grillen lassen würde. Egal an welchem Tag.
Am nächsten Tag war es immer noch bedeckt. Wir wanderten nach Hamn, einem unglaublich pittoresken Ort auf der anderen Seite der Insel. Ein paar Dutzend Schwedenhäuser lagen hier verstreut in einer hügeligen Landschaft, mit schmalen Schotterpfaden verbunden. Dazu ein sehr niedlicher Hafen. Inmitten dieser wie eine Filmkulisse anmutenden Idylle schaukelte ein kleines Mädchen in einem rosa Kleidchen auf einer Schaukel. „Vad heter du?“ (Wie heißt Du?) fragte es jeden von uns und nannte seinen Namen sowie Papas Namen: Björne. Wir glaubten, eine Zauberin hätte uns gerade in ein Phantasieland der Schwedenklischees entführt.
Am darauf folgenden Sonntag hatte das Wetter endlich ein Einsehen. Die Sonne schien und liess den Himmel im kräftigsten Blau, die Wiesen im saftigsten Grün und die Häuser im tiefsten Rot erstrahlen. Wenn es schön ist, dann ist es wirklich wunderschön in Schweden. Das Wasser kochte vor lauter Booten, die wie eine Fauna für sich anmuteten: große und kleine, schnelle und langsame, hübsche und häßliche, alte und junge – Boote bunt wie das Leben. Auf der dreistündigen Rückfahrt bekamen wir um uns herum im Wasser mit Sicherheit über tausend Wasserfahrzeuge zu Gesicht. Schließlich fuhren wir bis mitten in die Zwei-Millionen-Metropole hinein und stolperten direkt aus dem Schiff in die U-Bahn. Ich bin von Hamburg ja einiges gewöhnt, aber eine derartige Verknüpfung von Wasser und Land, von Großstadt und Natur – das ist einmalig in Stockholm.
06.12.07
gelb und blau
Am schwedischen Nationalfeiertag schien die gelbe Sonne vom blauen Himmel, wie man hier gern in Anspielung auf die Nationalfarben betonte. Es war 31 Grad warm, das auf dem Balkontisch vergessene Thermometer zeigte sogar 51 Grad!
Wir verbrachten den Tag am Schloss Drottningholm, dem Wohnschloss der Königsfamilie. An der dem Schlosspark angrenzenden Wiese konnte man picknicken und dabei Musik auf zwei Bühnen lauschen. Es war eine zivilisierte, friedliche und sommerliche Atmosphäre.
Insgesamt haben die Schweden einen ziemlich entspannten Patriotismus. Bis vor kurzem war der Nationaltag nicht einmal ein Feiertag. Der Tag ist weniger ein Tag, um vor Stolz über sein Land zu platzen, sondern eher ein Tag, um sich in die Tradition der Vorväter zu stellen. Ein wenig Stolz auf das Erreichte ist da auch dabei, aber wen stört das.
Daran ändern auch ein paar demonstrierende Nazitrottel und eine Partei am rechten Rand nichts. Meiner Meinung nach ist eine kleine Minderheit demonstrierender Nationalisten sogar ein Zeichen einer gut funktionierenden Demokratie, denn (a) haben sie etwas zu demonstrieren, da ihre Ansicht so offenslichtlich von der überwältigenden Mehrheit abweicht, und (b) dürfen sie demonstrieren, da das ein Grundrecht in einer freien Gesellschaft ist. Ich will nicht sagen, dass man nicht wachsam sein soll, aber die reflexartig aufgesetzten Sorgenfalten politisch korrekter Journalisten gehen mir auf den Keks. Diese Aufmerksamkeit gebührt den Demonstranten gar nicht. Nicht so staatstragend tun und einfach nicht ernst nehmen, ist meine Devise.
Es ist die extreme Linke, die Deutschland ernsthaft gefährdet und täglich großen Schaden zufügt, siehe Rostock. Aber hier wird in Deutschland traditionell mit zweierlei Maß gemessen, was angesichts des 2. Weltkriegs zwar verständlich, aber damit lange noch nicht richtig ist.
05.31.07
Love Parade a la Stockholm
Dass der Sommer kommt, merkt man nicht zuletzt an den Abschlussfeiern der Schulabgänger, die ihre Schatten vorauswerfen. Die jungen Leute werfen sich in Schale und tragen dazu spezielle Kappen. Der allgemeine Lärmpegel in der Stadt steigt. Man trifft laufend Trüppchen versprengter Teenies, die Klamotten tragen, die Teenies sonst nicht tragen, und die mehr Alkohol getrunken haben, als ihnen guttut. Außerdem fahren sie auch einen ganzen Tag lang auf Lastwagen kreuz und quer durch die Stadt, loveparade-mäßig eingepfercht auf der Ladefläche und mit ohrenbetäubend lauter Musik dazu. Definitiv eine Schau für asiatische Touristen, denen eine so laute und unbekümmerte Selbstdarstellung in der Öffentlichkeit wohl eher fremd ist. Letztes Jahr sah ich, wie ein beschwipstes Mädchen auf dem Laster unter dem Minirock den Tanga aufblitzen ließ – die Japantouristen blitzten fleißig mit ihren Minoltas zurück.