24 Januar, 2007

Die Überfahrt

Posted in Leben im Ausland um 7:03 pm von Burkhard

Nachdem wir in Stockholm angekommen sind und sich der Umzugstrubel sich ein wenig gelegt hat, finde ich etwas Zeit, Eure Neugier zu stillen und ein wenig über uns zu berichten.

Meine Frau war bereits am 2.1. rübergeflogen und hatte die Möbel in Empfang genommen. Ich habe noch die Wohnungsübergabe an den Nachmieter und einige andere Dinge erledigt und bin dann am 10.1. mit unserem Auto hochgefahren. Die Fahrt war schon ein Abenteuer. Ich wollte die TT-Linie (Travemünde – Trelleborg) nehmen, die mehrmals täglich fährt, aber die Abfahrt um 3:00 morgens nehmen kaum Privatleute, sondern nur Trucks. Es gab in Travemünde keine separate Wartelinie für PKW, und so kam ich mir etwas verloren vor in Wartelinie 12 von 20, vorne, hinten, rechts, links nichts als Vierzigtonner. Die Fähre verfügt über 2,4 Kilometer (!) laufender Stellfläche für Fahrzeuge, das sind 160 Lastwagen oder so, und ungefähr so viele umringten mich auch. Außer meinem Saab gab es nur zwei andere PKW…

Dafür waren die Kabinen gut, etwas größer als auf den anderen Fähren, mit marmorgefliestem Bad und so. In Travemünde angekommen, fuhr ich beim Grenzbeamten vor: „Haben Sie etwas zu verzollen?“ „Nein!“ „Was machen Sie in Schweden?“ „Ich ziehe nach Stockholm!“ „Ah, toll, gute Fahrt!“. Dabei lag mein Wagen hinten ziemlich tief, nicht nur wegen der 15 Kisten Wein. Aber ok, das ist ja erlaubt. Trotzdem hätte ich sicher restlos alles ausräumen dürfen, wenn er den Kofferraum geöffnet und die ersten Kisten gesehen hätte…

Die 650 km Fahrt bis nach Stockholm verlief bis auf den Dauerregen ereignislos. Zwei Dinge gab es auf der ganzen Strecke nicht: a) Baustellen, b) IKEAs. Dafür Dutzende von McDonalds, die reinste Landplage.

Meine Frau hatte das ganze Wochenende vom 6.-7.1. durchgearbeitet und die Wohnung wirklich schon sehr gut eingerichtet – kaum noch Umzugskisten. Ein toller Empfang! Am nächsten Tag konnte ich die Wohnung noch einmal etwas genauer unter die Lupe nehmen. Wir wohnen in einem Mietshaus von 2001 im siebten Stock (von acht). Verglichen mit deutschem Standard ergibt sich ein uneinheitliches Bild. Einerseits sind die Elektrogeräte von Elektrolux schon etwas zurück verglichen mit deutschem Standard. Auch die einfache Dusche und der merkwürdig gelöste Wasserablauf bei der Badewanne lassen mich unser Badezimmer in Deutschland vermissen.

Andere Dinge sind dafür wieder sehr modern. Die bartlosen Schlüssel zum Beispiel: Man hält sie einfach vor ein Kontaktfeld neben der Tür. Das tut man auch am Briefkasten, wodurch der Kasten aufspringt. (Einer der Kästen ist postgelb; dort kann man ausgehende Briefe einwerfen, die der Briefträger mitnimmt – cool!). An einem elektronischen Eingabeterminal im Keller kann man eine Zeit für die Haussauna buchen, in dem Zeitintervall von 3 Std. öffnet dann nur der eigene Schlüssel die Saunaanlage. Modern auch der Zentralstaubsauger. Weiter verfügt jedes Zimmer über Internet- und Telefonanschluß, wobei Breitband-Internetzugang und Telefon-Grundgebühr in der Miete enthalten sind.

Die Saunaanlage haben wir auch schon ausprobiert. Sie besteht aus Saunaraum, Dusche und Aufenthaltsraum, wobei letzterer ulkigerweise auch als kleiner Konferenzraum verwendet werden kann – dort steht z.B. ein Flipchart. Ob die Schweden wirklich in der Sauna Geschäfte tätigen, oder ist das nur ein Klischee?

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