2 Februar, 2007

Erste Schritte

Posted in Ausgehen, Leben im Ausland um 7:05 pm von Burkhard

Fitnessmäßig habe ich mich für das Erikdalsbadet entschieden, da es ganz in der Nähe unserer Wohnung liegt. Es ist in erster Linie ein städtisches Schwimmbad, bietet aber auch ein Fitnessstudio. Als Wettkampfbad ist es wirklich groß: drinnen gibt es ein 50-m-Becken und zusätzlich ein 25-m-Becken, beide mit Tribünen. Dazu noch eine Spaßbadabteilung mit Rutschen und so; weiterhin ein Becken mit dem schönen Namen ‚Hoppbassäng‘ (was wird das wohl sein?). Die Größe ist den sportbegeisterten Schweden aber auch angemessen: im Studio gibt es allein 22 Laufbänder in einer Reihe nebeneinander, aber glaubt bitte nicht, dass da um 7 Uhr abends eins frei ist!

Vor ein paar Tagen kam die Set-Top-Box unserers Kabelfernsehens. Die Programmauswahl ist enttäuschend: Man kann zwar unter 120 Programmen wählen, aber es sind nur die beiden deutschen Programme ZDF und 3sat dabei. Andere schwedische Kabelfernsehprovider bieten da mehr, aber man kann sich den Provider leider nicht aussuchen, denn sie haben sich regional aufgeteilt. Da mir die Installation einer Sat-Schüssel hier zu aufwändig wäre, werden wir also 16 Euro im Monat für acht Pay-Programme zahlen, von denen nur diese beiden Programme deutschsprachig sind. Viel Geld für einmal täglich heute-journal.

Aber egal, umso mehr Motivation, am Schwedisch zu arbeiten. Meine Frau und ich haben eine neue Art gefunden, ‚Wer wird Millionär?‘ zu schauen. Die Frage wird ja vom schwedischen Moderator nicht nur vorgelesen, sondern sie erscheint auch im Text unten am Bildschirm. Für uns ist nun weniger interessant, ob A,B,C oder D richtig sind, sondern wir üben uns erst einmal darin, überhaupt die Frage zu verstehen. Dabei ist das gleichzeitige Schriftlich-sehen und das Vorlesen sehr hilfreich – das reinste Sprachlehrprogramm, diese Sendung. Überhaupt ähneln die schwedischen Unterhaltungsprogramme den deutschen; und wer sich beim deutschen ‚Let’s Dance‘ langweilte, wird es auch hier tun. Wobei, die Moderatoren sind hier vielleicht etwas weniger behäbig als Herr Kerkeling (nichts gegen Hape Kerkeling, aber eine Tanzsendung ist vielleicht dann doch nicht so sein Ding).

Ausgehtechnisch sind wir noch nicht sehr weit gekommen. Wir hatten uns von einer Website dazu verführen lassen, zum ‚Ost 100‘ zu gehen, aber man soll eben keinen drei Jahre alten Ausgehtipps trauen: der Laden hatte zu. Also sind wir beim nächsten besten Griechen gelandet, wo es relativ günstig Berge von Essen gab, ziemlich fett und mit viel Fleisch – so kennt man es beim Griechen. Ganz in unserer Nähe ist ein Äthiopier, den wir auch einmal probieren müssen. Wobei, ich war erst einmal im Leben bei einem Äthiopier, und da gab es natürlich Fladen, kalt, fade schmeckend und nicht genug, um satt zu werden. So habe ich mir die ethiopische Cuisine immer vorgestellt. Trotzdem, probieren werden wir das Abyssinia mal. Ansonsten werden wir das Metro probieren, auf obiger Site direkt über dem Ost 100 beschrieben. Das gibt es definitiv noch, ist sogar bei uns um die Ecke, und macht von außen den Eindruck einer coolen Lounge. Schließlich gibt es dann noch die München-Brauerei, aber das Ding ist sehr groß, eher was für Veranstaltungen. Die Straßenadresse finde ich passend: Torkel Knutssonsgatan 2.

Der Arbeitgeber meiner Frau ist Mitglied der deutsch-schwedischen Handelskammer und hat dort vor kurzem ein Seminar veranstaltet. Da sie leider verhindert war, hat sie mich hingeschickt. Fünfzig Leute in dunklem Zwirn waren da, und obwohl die Wirtschaft nicht mein Kerninteresse ist, fand ich die Vorträge des Volkswirts interessant, nicht zuletzt, weil sie ein durchaus optimistisches Bild der deutschen Wirtschaft zeichneten (Titel der Präsentation: ‚From Doom to Bloom‘). Ein freundlicher älterer Herr mit Krückstock wurde besonders hofiert – es war der deutsche Botschafter, Dr. Trautwein. Prominenz gibt es dort oft, zum Neujahrsfrühstück 2007 war sogar der Bundeswirtschaftsminister angereist.

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