25 Mai, 2007

Hyttsill

Posted in Uncategorized um 11:34 am von Burkhard

Am Wochenende waren wir im Glasreich und haben bei Pukeberg an einem Hyttsill teilgenommen. Hä? OK, nochmal langsam: In Südschweden gibt es eine Region namens ‚Glasreich’, in der sich über ein Dutzend bedeutender Glashütten befinden, einige mit über 250-jähriger Tradition. Dort werden in den Glashütten Abende für Touristen angeboten, bei denen es unter anderem Hering (‚sill’) zu essen gibt; diese heissen ‚Hyttsill’. Wir waren bei der Pukeberg-Hütte in Nybro.  

Wenn es heißt: in der Glashütte, dann war genau das gemeint. Tische und Stühle standen direkt in der Produktionshalle, nicht etwa in einem Nebengebäude. Es waren vielleicht 80 Leute da. Zunächst gab es das Buffet mit Hering, Kartoffeln und den anderen typischen Sachen. Dabei bemühte sich ein Unterhalter mit seiner Gitarre, mit uns während des Essens schwedische Trinklieder zu singen. Trotz vorhandenenTextblatts war das natürlich nicht einfach, da die meisten Leute natürlich Touristen waren. Eine größere Gruppe aus Polen war dabei, die die Stimmung mit einigen polnischen Saufliedern gehoben haben. War ganz lustig und sehr multi-kulti. In Deutsch war auf dem Textblatt ‚Mein Hut, der hat drei Ecken’ abgedruckt, warum auch immer.  

Die Glasöfen um uns herum waren in Betrieb und machten eine ganz schöne Hitze. Sie werden die Nacht über natürlich nicht abgeschaltet und halten das geschmolzene Glas bei 1100 Grad. Zwei junge Glasbläser haben anschließend in einer Demonstration eine Vase für uns mundgeblasen. Danach konnte jeder, der wollte, auch einmal versuchen, Glas zu blasen. Das habe ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Eine schöne runde Kugel habe ich immerhin hinbekommen, mehr aber auch nicht. Die ‚Lehre’ eines Glasbläsers dauert drei Jahre, aber erst nach 8-10 Jahren ist ein Glasbläser wirklich auf hohem Niveau, wurde uns gesagt. Es ist einer der schwierigsten Handwerksberufe, die es gibt. Man braucht nicht nur Wissen, Erfahrung und Übung, sondern auch einfach ein hohes manuelles Geschick und künstlerisches Gefühl. Ich sprach mit einem der besten Glasbläser weltweit, Jan-Erik Ritzman, der seit 50 Jahren (!) den Beruf ausübt. Selbst dem gelingt nicht jeder Versuch; selbst der hat noch gute und schlechte Tage.  

Mit mehr Musik, Schnaps und Nachtisch klang der Abend aus. Natürlich war das Ganze eine Veranstaltung rein für Touristen, die ich normalerweise meide wie die Pest. Aber diesmal hat es mir gefallen. Man bekam die echte Glashütten-Atmosphäre mit – deutsche Versicherungsanwälte bekämen bei der Idee, Touristen in einer Werkhalle rumlaufen zu lassen, sicher sofort die Schnappatmung. Man konnte wirklich einmal selbst Glas blasen. Und schliesslich war der Preis fair, unter 30 Euro für das gesamte Paket (nur alkoholische Getränke waren nicht dabei).

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1 Kommentar »

  1. gerard said,

    … und was gab es für stefanie zum geburtstag.
    statt glasklare worte bestimmt etwas für die vitrine ?!
    nachträglich nochmals glückwunsch liebe steffi. gabi und gérard


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