5 Juni, 2007

Toiletten in Schweden

Posted in Deutschland aus Schweden gesehen, Sonstiges, Typisch schwedisch um 2:30 pm von Burkhard

Toiletten in Gaststätten sind in Schweden anders gebaut als bei uns. Bei uns gibt es ja immer eine Herren- und eine Damentoilette. Diese bestehen aus jeweils einem großen Raum mit mehreren WCs, die durch Trennwände abgetrennt sind. Diese Wände bieten Sichtschutz, aber kaum Geräusch- und Geruchsschutz. Das halten wir für normal und haben uns daran gewöhnt.  

In Schweden sind dagegen Toiletten meist einzelne kleine Räumchen mit WC und Waschbecken, ähnlich einer Gästetoilette zu Hause. Die Räume sind oft behindertengerecht gestaltet und/oder mit einem Wickeltisch ausgestattet, dadurch vielfach recht geräumig. Eine gepflegte Toilette dieser Art ist angenehmer und bietet mehr Privatsphäre als jede noch so schöne deutsche Restaurant-Toilette.  

Es ist allerdings für kleine Lokale offenbar keine Vorschrift, getrennte Herren- und Damentoiletten zu haben. Es gibt dann eben nur einen solchen Raum für beide Geschlechter. Prinzipiell stört mich das nicht weiter, allerdings ist die Gesamtzahl verfügbarer Toiletten pro Restaurant-Sitzplatz in Schweden oft sehr klein. Das ist wohl der Preis für diese ‚separate’ Bauweise. Oft bilden sich daher Schlangen vor der Toilette. Schlimmer noch ist jedoch die Auswirkung auf die Sauberkeit: Manche Toilette ist wirklich extrem intensiv benutzt, und schmutzige Böden und Keramik, schlechte Luft, überfüllte Mülleimer etc. sind daher häufig zu finden. Natürlich gibt es in Schweden wie in Deutschland große Unterschiede, aber insgesamt ist erreicht die Sauberkeit im Durchschnitt in Schweden derzeit nicht das deutsche Niveau.  

Die absoluten Könige in dieser Beziehung sind für mich aber die Schweizer. Hier habe ich ausnahmslos immer eine top-gepflegte Toilette vorgefunden – noch einmal eine Klasse besser als in Deutschland. Häufig sind dort auch ganz moderne Konzepte zu finden, z.B. Luftabzüge direkt in der Toilettenschüssel oder einen sich automatisch nach jeder Benutzung selbst reinigenden Toilettensitz. Bei einem Kunden fand ich eine Toilette mit eingebautem Bidet, bei dem nach Benutzung der Hintern mit Warmluft getrocknet wurde. Klar, wie im Projekt dort alle das menschliche Bedürfnis umschrieben: „Fangt schon mal an mit der Besprechung, ich geh’ mir vorher nur mal eben schnell den Arsch föhnen.“  

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1 Kommentar »

  1. Letzte Woche habe ich gehört, wenn alle Chinesen sich den Hintern mit Klopapier abwischen, würde es schon bald keine Wälder geben. Hygiene ist wohl doch auch Anschauungssache.
    Ich persönlich halte es so: Immer im Sitzen sitzen und darauf achten den Klodeckel (inkl. Ring) vorher hochzuklappen.
    In diesem Sinne …


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