12 Juni, 2007

gelb und blau

Posted in Freizeit, Leute, Stockholm-Attraktionen, Typisch schwedisch um 8:38 am von Burkhard

Am schwedischen Nationalfeiertag schien die gelbe Sonne vom blauen Himmel, wie man hier gern in Anspielung auf die Nationalfarben betonte. Es war 31 Grad warm, das auf dem Balkontisch vergessene Thermometer zeigte sogar 51 Grad!  

Wir verbrachten den Tag am Schloss Drottningholm, dem Wohnschloss der Königsfamilie. An der dem Schlosspark angrenzenden Wiese konnte man picknicken und dabei Musik auf zwei Bühnen lauschen. Es war eine zivilisierte, friedliche und sommerliche Atmosphäre.

Insgesamt haben die Schweden einen ziemlich entspannten Patriotismus. Bis vor kurzem war der Nationaltag nicht einmal ein Feiertag. Der Tag ist weniger ein Tag, um vor Stolz über sein Land zu platzen, sondern eher ein Tag, um sich in die Tradition der Vorväter zu stellen. Ein wenig Stolz auf das Erreichte ist da auch dabei, aber wen stört das.  

 Daran ändern auch ein paar demonstrierende Nazitrottel und eine Partei am rechten Rand nichts. Meiner Meinung nach ist eine kleine Minderheit demonstrierender Nationalisten sogar ein Zeichen einer gut funktionierenden Demokratie, denn (a) haben sie etwas zu demonstrieren, da ihre Ansicht so offenslichtlich von der überwältigenden Mehrheit abweicht, und (b) dürfen sie demonstrieren, da das ein Grundrecht in einer freien Gesellschaft ist. Ich will nicht sagen, dass man nicht wachsam sein soll, aber die reflexartig aufgesetzten Sorgenfalten politisch korrekter Journalisten gehen mir auf den Keks. Diese Aufmerksamkeit gebührt den Demonstranten gar nicht. Nicht so staatstragend tun und einfach nicht ernst nehmen, ist meine Devise.

Es ist die extreme Linke, die Deutschland ernsthaft gefährdet und täglich großen Schaden zufügt, siehe Rostock. Aber hier wird in Deutschland traditionell mit zweierlei Maß gemessen, was angesichts des 2. Weltkriegs zwar verständlich, aber damit lange noch nicht richtig ist.

Advertisements

4 Kommentare »

  1. Zu Rechts gegen Links muss ich dir widersprechen. Es wird mit zweierlei Maß gemessen, ja, aber oft in die andere Richtung. Natürlich ist es falsch, wenn Linke auf einer Demo Steine werfen, aber wenn Rechte hinterrücks Schwarze überfallen und krankenhausreif prügeln, hat das eine ganz andere Qualität. Ersteres ist aber öfter in den Medien und wird dementsprechend stärker wahrgenommen. Es gibt auch viele dokumentierte Beispiele wo die deutsche Polizei auf dem rechten Auge blind war, ganz im Gegensatz dazu, was man aus der Geschichte glaubt gelernt zu haben.

    Auch bei den Demos in Stockholm letzte Woche hat man wohl überreagiert. Linke Flugblattverteiler wurden aus der Stadt gekarrt und die rechte Demo so abgeschottet, dass keine friedliche Unmutsbekundung in der Nähe deren Zuges möglich war. (Medienberichte, ich war nicht da.)

    Rostock gerade ist doch ein schlechtes bzw. sehr gutes Beispiel. Die angeblich tausend Verletzten haben sich schnell auf zweistellige Bereichte reduziert und Medien haben sich äußerst sensationslüstern gezeigt und Falschmeldungen verbreitet. Wenn man dann noch erfährt, dass (bewiesenermaßen) mindestens ein Polizist in schwarz gekleidet Demonstranten zum Steinewerfen aufhetzt, fragt man sich, was einem eigentlich weisgemacht werden soll.

    Die Zahlen in D sprechen von Stagnation der linken Straftaten auf ein einem Viertel der Anzahl der rechten, die stark zunehmen. Die Rechten nach dem Motto „halb so wild“ gewähren zu lassen, halte ich für gefährlich. Trotzdem stimme ich (b) natürlich zu, dass man eben gerade nicht mit zweierlei Maß messen sollte, sondern ein Rechtsstaat eben auch seine Feinde fair behandeln muss.

  2. solanus said,

    Mein lieber Freund der harten Zahlen: Laut Verfassungsschutzbericht 2006 gab es in D. 1047 rechte Gewalttaten und 1209 linke.

    Richtig ist, dass es 18142 rechte Straftaten gab und ’nur‘ 5363 linke. Aber erstens ist das einem Drittel näher als einem Viertel (wenn wir schon genau sein wollen), und zweitens sind über 15000 der rechten Straftaten ‚Propagandadelikte/Volksverhetzung‘. Das kann man nun so oder so auslegen. Ich halte diese Sensibilität gegen rechte Sprüche für richtig und gut, gleichzeitig glaube ich aber, dass linke Volksverhetzer in Deutschland im Gegensatz zu rechten nur wenig zu fürchten haben.

    Ich habe derzeit keine harten Zahlen für die Medienberichterstattung. Aber wenn Du sagst, dass die Probleme von links „öfter in den Medien und … dementsprechend stärker wahrgenommen“ werden, schaust Du ein anderes deutsches Fernsehen als ich. Ich schätze, auf jeden kritischen Bericht über links kommen mindestens 3-4 kritische über rechts.

    Aber was ich eigentlich gar nicht möchte, ist ein Rechtfertigen der einen Seite mit der anderen. Man kann nie einen Unsinn damit rechtfertigen, dass der gegensätzliche Unsinn noch viel häufiger vorkommt. Schon gar nicht eine Straftat. Ich bin eben etwas sensibler in Bezug auf Ungerechtigkeit von links, was sich aus meiner persönlichen Geschichte erklärt. Bei anderen mag es anders herum sein, was nicht ‚richtiger‘ oder ‚falscher‘ ist.

  3. jan-erik said,

    Macht es einen Unterschied, wenn Menschen durch Rechte, Linke, Islamisten oder Kreuzritter zu Schaden kommen? Was soll dass?

    Hans-Martin-Schleier
    Benno Ohnesorg
    Siegfried Buback
    Rudi Dutschke
    911: 3000 Tote
    Madrid: 192 Tote
    Operation Enduring Freedom: http://icasualties.org/oif/
    Irak: http://www.iraqbodycount.org/

    Am 22. Oktober 1971 wurde der Polizeibeamte Norbert Schmid bei dem Versuch, die mutmaßlichen RAF-Terroristen Gerhard Müller und Ulrike Meinhof festzunehmen, erschossen.

    Am 9. Mai 1975 wurde PHW Walter Pauli (22) in einem Feuergefecht mit drei mutmaßlichen Terroristen der „Bewegung 2. Juni“ erschossen.
    Ein mutmaßlicher Terrorist wurde ebenfalls erschossen.
    Erstmalig in Deutschland wurde im Jahr 2001 die Straße am neuen Polizeipräsidium in Köln nach einem getöteten Polizeibeamten benannt: Walter-Pauli-Ring.

    Am 7. April 1977 verübten Terroristen der RAF (Rote Armee Fraktion) einen Mordanschlag auf den deutschen Generalbundesanwalt Siegfried Buback. Siegfried Buback und sein Fahrer sterben auf der Stelle. Justizhauptwachtmeister Georg Wurster (33) wurde bei dem Anschlag so schwer verletzt, daß er 6 Tage später seinen Verletzungen in einem Krankenhaus erlag.

  4. Ruben said,

    Preisfrage: Von welchem gesellschaftlichen Rand stammt die Parole:
    „Gib 8 – G8“

    Inhaltlich kann ich Linksradikale, Rechtsradikale und Islamisten kaum voneinander unterscheiden. Allesamt sind sie Unfreiheitskämpfer und reaktionär.


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: