14 Dezember, 2007

Werde Schwede, kaufe schwedisch!

Posted in Schweden-Attraktionen, Typisch schwedisch, Wirtschaft um 2:51 pm von Burkhard

Ich möchte nochmal ein Thema aus dem letzen Eintrag aufgreifen: der patriotische Einkauf. In immer stärkerem Maß bevorzuge ich beim Einkauf skandinavische Produkte, ersatzweise deutsche Produkte. Voraussetzung ist und bleibt allerdings, dass die Produkte ein gutes Preis-Leistungsverhältnis aufweisen. Dies ist allerdings meistens kein Problem. Ich halte das Klischee für Quatsch, dass der Käufer inländischer Produkte sozusagen ein finanzielles Opfer zur Stärkung der lokalen Wirtschaft bringen muss. Stimmt nicht! Bei sehr vielen Produktgruppen sind lokale Produkte sehr wohl konkurrenzfähig, zumindest ab mittlerer Qualität aufwärts. Nur wen sein Geldbeutel zu Billigwaren zwingt, der wird bei asiatischen Produkten landen, aber da wird die Qualität dann auch dem Preis entsprechen.   

Meine Veränderung in dieser Hinsicht hat sicher mehrere Gründe. Zum einen brauche ich nicht mehr wie noch in Studententagen nur das Billigste zu suchen. Ausserdem hat die Konkurrenzkraft europäischer Produkte auch wieder zugenommen. Heutzutage würde ich sogar ein deutsches Auto in Betracht ziehen. (Das sagt ein Honda-Fan, der für das Preis-Leistungsverhältnis deutscher Autos jahrzehntelang nur Verachtung übrig hatte.) In Zeiten der Globalisierung nehme ich die Notwendigkeit, die eigene Wirtschaft zu stützen, stärker wahr als früher. Ausserdem aber, und jetzt sind wir endlich beim Schwedenblog, hat es auch etwas mit Identifikation zu tun, nach dem Motto: Fühl Dich wie ein Schwede, besitze ein schwedisches Produkt! Konsum als Identifikationsfaktor. Man kann natürlich nörgeln und sagen, dass es bessere und billigere Wege zur Integration gibt als ausgerechnet Konsum. Stimmt, aber ich stelle ja auch einfach nur fest, dass Konsum eine gewisse Identifikationskraft hat.  

Ich meine, gegen meine neu-norwegischen Freunde bin ich ja ein Waisenknabe. Als die eine neue Hifianlage suchten, kam nur Electrocompaniet in Frage, die in ihrem Nachbarort hergestellt werden. Kenner wissen, was das heißt. Hier meine vergleichsweise bescheidene Wunschliste skandinavischer Produkte:  

  • Sowohl Schweden als auch Deutsche können gut mit Eisen umgehen. Als Outdoor-Messer hätte ich gern mal eins von EKS (aus Eskilstuna nahe Stockholm), oder gar die Legende: Fjällkniven F1.
  • Und weiter Outdoor: The North Face ist cool. Keine Frage. Aber Haglöfs ist cooler. Fjällräven auch. Fjällräven mag ich, seit ich mal ein beeindruckendes Interview mit dem schwedischen Gründer gelesen habe.
  • Schwedische Glaskunst: Sowieso unübertroffen.
  • Kleidung: Nun, ich bin ja nur sehr vorübergehend ein Fashion Victim, und meine Nudie Jeans reicht mir erst mal. Aber Mode ist hier wichtig, und Kopenhagen hat Paris als Modehauptstadt für junge Leute sogar überholt. Auch schwedische Designer haben was zu bieten, auch wenn sich einige unnötigerweise hinter französischen Namen verstecken, siehe L’ecole national.
  • Audioprodukte: Skandinavier sind begnadete Audiobauer. Besonders die Dänen: Dynaudio-Lautsprecher sind im mittleren Preisbereich für mich preis-leistungsmäßig nicht zu schlagen; Scanspeak-Chassis sind legendär.
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